Dreißig Jahre hielt sie durch – schief, eigenwillig, aber wer nicht? Dann kam der Tag: „Es ist Zeit.“ Das Wohnzimmer wurde zur Notküche, das Bad zum Geschirrspüler.
Die Handwerker maßen, werkelten und hinterließen Staub.
Nun glänzt sie, die neue Küche – perfekt, unberührt, noch. Und während das Chaos regierte, komponierte ich ein Stück, bis, fast wie ein Wunder, die Perfektion eintrat – leise, präzise, wie der letzte, fast unhörbare Akkord.
Die Vorpremiere und das zugehörige Essen am 14.3.2025 im Haus Oveney waren ein Erfolg! Markus Veith ist ein toller Schauspieler und ich freue mich, dass ich für ihn die integrierte Musik produzieren konnte.
Shakespeare to go
Hinzu kam, dass ich als Zuschauer eine „tragende“ Rolle (Mauer) spielen durfte. Hierfür gab es eigenen Applaus!
Ich hatte die Gelegenheit Anfang 2025 für Shakespeare to go die erforderliche Musik zu produzieren.
Shakespeare to go
Am 9.3.2025 konnte ich dies erstmals auf einer Probe live Markus Veith mit seinem neuen Stück erleben und war als bekennender „Shakespeare-Laie“ begeistert. Es war komisch, tragisch, beängstigend, spannend und besonders die Umsetzung der Dialoge verschiedenster männlicher und auch weiblicher Charaktere durch einen Schauspieler war überzeugend.
Lebenswege sind wie Flüsse, die durch unbekanntes Gelände fließen. Manche Abschnitte sind voller Strudel und Hindernisse. Wir kennen den Ursprung, aber nicht immer das Ziel – die Zukunft bleibt verborgen hinter jeder Biegung.
Die unbekannte Zukunft fühlt sich im Alter anders an – wie ein Weg, dessen Anfang weit hinter einem liegt und dessen Ende im Nebel verschwindet. Sie ist immer noch ein Raum voller Möglichkeiten, aber die Schritte darauf werden bewusster. Sie birgt Chancen, vielleicht weniger als früher, doch auch weniger Angst, weil man gelernt hat, mit dem Ungewissen zu leben.
Manchmal wirkt sie wie ein leeres Blatt, das noch beschrieben werden will, manchmal wie ein Labyrinth, das man nicht mehr vollständig durchqueren wird. Doch das stört nicht. Mit den Jahren lernt man, dass nicht alle Fragen eine Antwort brauchen und nicht alle Wege gegangen werden müssen.
Man geht weiter, nicht mehr so hastig wie früher, aber mit dem Wissen, dass Schönheit oft in den kleinen Dingen liegt – in Momenten, in Begegnungen, im Gestalten des Möglichen, ohne an das Vergangene gebunden zu sein. Und vielleicht ist es gerade das, was die Zukunft noch immer reizvoll macht: die Freiheit, ihr eine eigene Bedeutung zu geben.